Gemeinschaft Kinder untereinander

Die Telos®-Kinderhaus-Kinder erleben sich als eine große Gemeinschaft von Kindern verschiedener Altersgruppen durch das nahe Beieinander-sein von Krippen- und Kindergartenkindern. Mit Unterstützung der PQB (Pädagogische Qualitätsbegleiterin) des Landkreises Landsberg haben wir 2017 das „offene Konzept“ so überarbeitet, dass sich die Kinder aller Altersstufen und die Mitarbeiterinnen wohl fühlen.

Kinder-Rechte weltweit: Warming up für das folgende Sachgespräch mit den Vorschulkindern.

Die meisten Krippenkinder haben ihren Ausgangspunkt im beschaulichen und überschaubaren Krippenzimmer und besuchen gerne die thematischen Zimmer im 1. Stock und die „großen“ Kinder in Begleitung ihrer vertrauten Bezugsperson: Sie erleben nach Belieben den Tagesablauf länger, kürzer oder dauerhaft im Kindergarten mit. Im Gegenzug sind die Kindergartenkinder gern gesehene Gäste und Mithelfer im Krippenzimmer, wobei wir darauf achten, dass immer nur einzelne Kindergartenkinder dies wahrnehmen, die die Kraft haben, ruhig und besonnen zu spielen oder zu helfen. Der geschützte Rahmen im Krippenzimmer bleibt erhalten! Wir sprechen von der „semi-permeablen Öffnung“: Alle Krippenkinder (die kleinen Teilchen) können nach Belieben hinaus-diffundieren, alle Kindergartenkinder (die dickeren Teilchen) müssen bestimmte Bedingungen erfüllen, um hineingelangen zu können.

Diese freiwillige Altersmischungje nach Individualität des Kindes birgt für alle Kinder große Vorteile: Die jungen Kinder lernen vieles durch Abschauen und werden animiert, Neues auszuprobieren. Die älteren Kinder lernen Rücksichtnahme, Einfühlungsvermögen, Empathie, Kommunikations- und Kooperationsbereitschaft und nicht zuletzt Hilfsbereitschaft.

Manche älteren Kinder (= vor allem die jungen und mittleren Kindergartenkinder) nehmen die Möglichkeit, sich im Krippenzimmer einzubringen, gerne wahr: Hier sind sie nicht mehr die jungen, „kleinen“ Kindergartenkindern, sondern die älteren, wissenden Kinder, die mit ihren Fähigkeiten die jungen Krippenkinder beindrucken können.

Je nach Interesse haben die Kinder so die Möglichkeit, ihren jeweiligen Interessen, ihren unbewussten Bedürfnissen  und den Objekten ihrer Neugierde nachzugehen: Sowohl im Freispiel, als auch in der Versammlung und bei den Angeboten. Die Telos®-Pädagog*innen achten, dass kein Kind über- oder unterfordert wird.

Konfliktmanagementerlernen die Kinder sowohl im Umgang mit Gleichaltrigen als auch mit verschieden-alten Kindern. Sie werden angeleitet, unvoreingenommen auf alle anderen Kinder und Erwachsenen zuzugehen, deren Andersartigkeit zu achten und zu respektieren und das Positive daran zu entdecken. Im täglichen Miteinander erfahren die Kinder, mit Frust und Ärger umzugehen und eine friedliche Lösung für Konflikte zu finden („Lösungs-Kreis“, ähnlich der „Friedens-Treppe“): Thema des Streits „in die Mitte legen“, beiden Parteien Zeit zum Sprechen in „Ich-Botschaften“  und vor allem Zuhören geben, den anderen verstehen, gemeinsam sachliche Lösung finden.

Im Hinblick auf eine Geschlechter-bewusste Erziehung legen wir Wert darauf, dass die Kinder mit fortschreitendem Alter ihre Rolle als Mädchen/Junge erkennen und lieben lernen, was durch eine bewusste Stärkung des Gemeinschaftsgefühls erleichtert wird: Im Sinne der Gleichwertigkeit (IP) fühlt sich keines der Geschlechter bevorzugt oder benachteiligt. Im Gegenzug erleben die Kinder jeden Geschlechtes jedoch gleichzeitig, sich in ihrer Rolle als Junge/Mädchen wohl zu fühlen. Beide erhalten die Gelegenheit, sowohl sogenanntes typisches Mädchenverhalten (z.B. Füttern helfen von Kleinkindern) als auch sogenanntes typisches Jungen-verhalten (z.B. in der Werkstatt hämmern und sägen) auszuprobieren. Da die Gesamtatmosphäre ermutigend ist, spüren beide Geschlechter unausgesprochen (und, wenn nötig, verbal formuliert) die selbstverständliche Freiheit, sogenannte typische Verhaltens- und Gefühlsweisen (z.B. weinen = Mädchen, sich austoben = Jungen) des jeweiligen anderen Geschlechtes zu leben.

Sowohl in der Krippe als auch im Kindergarten finden jeden Tag jeweils zur gleichen Tageszeit „Versammlungen“ statt – das zentrale Kernstück der Gemeinschaft. Einzelne Kinder der jeweiligen anderen Gruppe, die sich gerade im offenen Haus aufhalten (Krippe in Kindergarten und umgekehrt) sind selbstverständlich bei dieser Versammlung dabei. Ein Symbol in der Mitte signalisiert den Kindern, um welche Art „Versammlung“ es sich handelt: Erzähl-, Geburtstags-, Besprechungs-, Lieder-…Versammlung. Jede Versammlung beginnt nach dem „Gemurmel“ mit dem „Hören der Stille“ und dem „Steine-legen“ (= Mitte gestalten). Die Atmosphäre ist geprägt von gegenseitiger Annahme, Respekt und Liebe und dem „Feiern der Gemeinschaft“.

Die Kinder aller Altersgruppen lieben es, die Versammlung selber zu leiten, was eine deutliche Stärkung des Selbstwertgefühls mit sich bringt. Auch wird dadurch ihre sprachliche Gewandtheit und Ausdrucksstärke und ihr Einfühlungsvermögen auf natürliche Weise spielerisch gefördert.

Gefördert wird die Gemeinschaft auch durch regelmäßige gemeinsame Treffen aller Kinder (Krippen und Kindergarten), z.B. der „Groß- Versammlung aller Kinder“ zum Beispiel zu Beginn und während der großen Jahresprojekte, und hin und wieder zu den Kochtagen. Gemeinsame Aktivitäten und Feste aller Kinder, größere Feste (Erntedank, Martinsfest, Weihnachten, Sommerfest) werden von nahezu allen Kindern vorbereitet und jede Altersgruppe (je nach Tages-Verfassung einschließlich der Krippenkinder) hilft mit einem Beitrag zum Gelingen mit.

Die Telos®-Kinderhaus-Kinder erleben sich als eine große Gemeinschaft von Kindern verschiedener Altersgruppen durch das nahe Beieinander sein von Krippen- und Kindergartenkindern.


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